Dienstag, 27. November 2007

Cusco und Manchu Picchu

Peru ist ja unglaublich gross, und so sitzt man auch gerne mal in einen Tag in einem Klapperbus auf einer Schlaglochpiste. Fliegen will ich aber nicht, denn ich will ja was vom Land sehen. Den Titicacasee entlang geht es über den/die Altiplano (Hochebene) eine Steppe gesäumt von Schneebergspitzen. Es wird dann auch empfindlich kalt im Bus, der angeblich Heizung und Video hat. Keins von beiden ist der Fall und Nachts ist´s dann eben dunkel und kalt, klar.

Cusco ist ja sehr hübsch. Winkelige Gässchen, nette Handwerkslädchen, wuchtige Inka-Grundmauern und an jeder Ecke steht eine Indigena mit Lama, oder ein paar buntgeschmückte Kinder mit Lämmchen auf dem Arm, um sich von den Touristenscharen fotografieren zu lassen. Erhält sowas das Brauchtum? Ich glaube nein. Etwas müde vom südamerikanischen Disneyland Cusco machte ich mal einen Ausflug zu den Inkaresten in der Umgebung. Das ist ja gar nicht so einfach, wenn man das nicht mit einer org, Tour macht. Es gibt Minibusse, die fast überall hin fahren, aber keiner weiss wo die abfahren. Es gibt grob geschätzt sicher 50 Nahverkehrsunternehmen in Cusco und jedes ist auf einem anderen Hinterhof. Und die fahren dann auch nicht zu den Ruinen sondern zu den Dörfern. Ich hatte mir die ganze Hand voll Ortsnahmen geschrieben, die ich mir nicht merken konnte (z.B. Ollantaytambo) und hab es dann doch geschafft einen Bus zu erwischen, der mich dahin fuhr, wo ich hinwollte. Genauso wie noch 4 andere taperere Recken, die auch in meinem Bus sassen, mit denen ich dann den Tag die Wunder der Umgebung entdeckt hab. So hatte ich dann doch auch noch meine Reisegruppe gefunden ;-).Wir fanden gemeinsam die Salinas, ein Berg mit hunderten angelegten Becken. Durch diese wird warmes Salzwasser aus einer Quelle geleitet. Diese stammen noch von den Inkas, werden aber immer noch genutzt. Mich wunderte wo das ganze Salz herkommt, und ob der Berg mit der Quelle nur noch eine Hülle ist...

Ausserdem entdeckten wir Moray, dass entweder ein Ufo-Hafen ist (evtl. mit unsichtbaren UFO...) oder - und das ist wahrscheinlicher- ein Versuchslabor der Inkas über unterschiedliche Klimastufen durch Terassenbau.Auch Manchu Picchu wollte ich auf gar keinen Fall mit einer organisierten Reisegruppe besichtigen, sondern im Morgengrau auf dem Berg die Sonne aufgehen sehen. Die Gruppen reisen Mittags an, trampeln zu tausenden 2 Stunden durch die Ruinen und sind dann wieder weg. Nix für mich, das lohnt die mühe nicht. So schnaufte ich tapfer in der Morgendämmerung die schroffen, surrealen Berge rauf, um oben dann 2 Stunden im strömenden Regen zu stehen und auf eine Wolkenwand zu sehen. An dieser Stelle kamen dann auch die Leute an, die 4 Tage lang den Inkatrail zum Manchu Picchu gelaufen sind (auch so eine beliebte Kurzreise für Amerikaner). Das war schon eine merkwürdige Stimmung, kommt wieder eine Gruppe um die Ecke, stöhnt entäuscht, fotografiert sich vor der Wolkenwand und wird von ihrem Führer weiter getrieben (ohne Guide darf man nicht auf den Inka Trail und die hatte dann auch schon fast Feierabend, und keinen Bock mehr, also huschhusch weiter).
Aber nach einigem Warten und ich wieder ganz allein, rissen dann die Wolken auf und Manchu Picchu kam zum Vorschein. Wow, mir verschlug es den Atem. Die Berge sind unglaublich Schroff und der Einzige Zugang war frühre der Inka Trail. Das war so ergreifend, dass ich dort erstmal ein paar Stunden sass und staunte.
Als es dann "unten" etwas leerer wurde, streunte ich noch den Rest des Tages durch die Reste dieser beeindruckenden Anlage. Riesige Felsblöcke ohne Zwischenräume zusammengesetzt und das ganze in einem Bergpanorama der schroffesten Art. Echt unglaublich. Ich hab den ganzen Tag nur gestaunt.
Auf der Rückfahrt mit dem Zug (andere Verkehrsmittel gibt es nicht, die in die Nähe führen, die Gegend ist zu schroff) winkten wieder mal Kinder am Wegesrand, die die Sensation des Tages bestaunen: Touristen in Zügen. Diese staunten zurrück.

5 Kommentare:

Peter hat gesagt…

Das was Du da hast, will ich auch haben! *menno*
;)

Mann, hast Du es toll da bei Dir.
Freut mich sehr für Dich!

Und wenn Du immer so tolle Einblicke zu uns schickst, ist es hier auch gar nicht mehr so schlimm. ;D

Viele liebe Grüße aus Bonn und mach weiter so mit dem Erleben (und auch mit dem Berichten),
Peter
:D

Claudia hat gesagt…

Susanne, das ist der Hammer! Ich glaube, meine nächste große Reiseroute wird sich auf deinen Fußspuren begeben! Super faszinierend finde ich die Inkabauten, da möchte ich auch mal hin. Und wenn du wieder da bist, möchte ich einen ausführlichen Bericht über die Inkas!!!
Viel Spaß wünsch ich dir weiterhin. Ich denk an dich!!!

Anonym hat gesagt…

Hallo Susanne, habe gerade mit der sich ständig haltenden Begeisterung die letzten beiden REiseberichte gelesen und schliesse mich der Meinung meiner Vorredner an, dass ich das alles ganz toll finde. Auch von mir: Weiter so!!! Ich habe letzte Woche den ersten Susannes-Post gemeinsam-durchsehen-Termin mit Peter gehabt, danach haben wir noch einen Cocktail im Maya (fanden wir das passende Ambiente zur Gelegenheit) auf Dein Wohl getrunken. War ein sher netter Abend und mit Deiner Post ist auch bislang alles ruhig. Weiterhin viel Spass und viele Gruesse ans andere Ende der Welt, Susi

Anonym hat gesagt…

Wie berauschend, in urlaubsreifem Zustand von so riesigen Sehenswürdigkeiten zu lesen. Sollen wir abstimmen? Ich finde, es ist ein UFO-Landeplatz.

Gwendolin hat gesagt…

¡q impressionante!