Sonntag, 23. März 2008

Namaste India, und Happy Holi

Indien ist anders als andere Laender. Es stimmt zum Beispiel nicht, dass alle Flughaefen gleich aussehen: Delhi Airport ist eine Bruchbude, bei der ich nicht sicher war, ob sie gleich auseinanderfaellt oder gerade aufgebaut wird, vermutlich etwas dazwischen. Der Taxifahrer irrte dann auch noch 3 Stunden durch die Gegegend auf der suche nach meinem Hotel. Anscheinend fragen Maenner nie gerne nach dem Weg. Mein erster Eindruck war, irgendwie verdammt anstrengend hier.
Ich wohnte in Delhi im YHA, dass mir ein Inder unterwegs empfohlen hat. Dass Zimmer hatte fliessend Wasser die ganze Nacht, die Dusche war kaputt, und um reinzukommen bollerte man zu jeder Tages und Nachtzeit an die verriegelte Zimmer-Eisentuer. Aber das schien komischerweise keine zu stoeren gewckt zu werden: dass war eine wilkommene Gelegenheit ein bisschen zu plaudern, oder noch was mit dem Baby zu knuddeln. So hab ich aber einige sehr nette indische Maedels kennengelernt.
Es war sehr heiss, smoggig, so staubig, dass man fast die Fliegenschwaerme nicht sieht und dazu ein unglaubliches Gewuehl auf den Strassen.Ueberall wimmelt es von Motorrikschas, Frauen in wunderschoenen Gewaendern, Kuehen, Lasttraegern, vollgequetsche Fahrradrikschas, Autos, Fahrraedern mit einer Metallkiste drauf, die 8 kleinen Kindern als Schulbus dient, Hunden, Rollstuehlen, Handkarrenschiebern, die mit dem Handy telefonieren, verstuemmelten Leuten, die sich dazwischen auf dem Boden winden.

Es fiel mir auch nicht so leicht mir einzureden, dass die Tuktukfahrer wissen, was sie tun. In den 4 Tagen Delhli hatten 3 davon kleine Unfaelle. Scheint hier aber keinen zu stoeren, ist vermutlich Vorbestimmung.Dazwischen wird allerlei gearbeitet. Da gibt es reichlich "Touristenfuehrer", Landenanpreiser, Rikschafahrer, Studenten die angeblich ihr Englisch aufbessern wollen, und schrecklich verstuemmelte Kinder, die alle glauben, wenn man einem Touri nur gehoerig auf den Keks geht, dann kommt man schon an sein Geld. Ich find es nicht so leicht, damit umzugehen.

Dann gibt es aber noch Basare, die wunderschoene Dinge zu unglaublich niedrigen Preisen haben, Ohrenreiniger (dfie Kunden sehen sehr genuesslich aus, ich weiss nur nicht, ob die auch Frauenohren reinigen), Barbire, die ihre Kunden im Gewuehl auf der Strasse sitzend rasiern, Teekoeche, die virtuos die Gewuerze in die brodelden Toepfe schmeissen und ihrer Spuel- und Austragsgehilfen, Betelverkaeufer, mit rot- spuckenden Leuten davor (ich dachte zuerst das sei Blut) undundund. Von allem Denkbaren und Undenkbaren sehr viel.
Dann aber auch noch einige Sights wie diese gigantische Moschee oder das rote Fort. Etwas ueberdosiert von Delhi fuhr ich in einem netten klapprigen Zug, zwischen 1000 Babys und lustigen Musikanten nach Agra zum sagenhaften Taj Mahal. Der ist wirklich unwahrscheinlich schoen. Er wurde 1631 von einem Shah als Grab fuer seine 2 Frau gebaut, die bei der Geburt des 14 Kindes starb, und wird als Symbol einer grossen Liebe gesehen. Ich vermute ja, dass er auch ein wenig groessenwahnsinig und selbstverliebt war. Aber nix desto trotz, das Erbebniss ist atemberraubend.
So verbrachte ich viele Stunden mit sitzen und staunen und Augenschmeicheln lassen. Da gabs dann auch wie in Delhi viele Streifenhoernchen, deren metalisches "Zwitschern" ich erst fuer nervige Voegel hielt.In Jaipur kam ich gerade zum Elefantenfestival an, dass am Vorabend vom Holi Fest ist. Neben praechtig bemalten und behangenen Elefanten, gabs auch noch eine Feuerwerk mitten in der Menge und schoene Taenze. Und dann Holi. Dass ist ein Fest, dass zu Ehren Krishnas gefeiert wird. Wenn ich alles was mir dazu erzaehlt wurde mal zusammenfuehre: Krishna ist ein Hinduh Gott, der immer den Schalk im Nacken hat und sich regelmaessig verliebt. Einmal war er so hin und weg, dass er seine Suesse mit Farbe beworfen hat. An diesem Feiertag gibt es keinen offenen Laden und keine Rikschas, weil sich eben alle mit Farbpulver in allen Regenbogenfarben einreiben. Das Pulver ist unglaublich faerbend und duftet intensiv nach Blueten. Ziemlich wild und lustig.
Alleine waere mir das vermutlich etwas zu hart geworden, da die Leute dann auch immer besoffener und abgedrehter wurden. Aber ich hab zum Glueck am Vorabend den netten Ali kennengelernt, mit dem ich mich dann ins Gewuehl gestuertzt habe. Ist vermutlich so wie bei uns Karneval, da fuehlte man sich als einzelner Tourist wohl auch etwas verloren.

Hier fahren wir gerade gut eingestaubt auf seinem Motorad durch die Regenbogenstrassen.
Danach flossen auf denn schlammigen Strassen pinke Duschwasserbaeche, dazwischen Hunde mit bunten Pfoten und Schweine mit blauen Schnuten. Das Waesche waschen und Haut enfaerben danach ist eine Herrausforderung, dauert angeblich einige Tage bis das wieder abgeht. Und im Taschentuch finde ich noch am zweiten Tag alle Farben des Regenbogens.

9 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hi! Mannomann, garnicht so einfach, sich von hier aus in deine Situation zu versetzen! Große Hitze verbinde ich momentan ausschließlich mit meinem bollernden Ofen oder einem Vollbad. Gut - und zu Ostern gabs nach dem Eierfärben auch ein paar bunte Farbreste an den Fingern. Aber das wars auch schon. Ansonsten ist Bonn (man lese und staune) - weiß!!! und über die Feiertage auch sehr still. Und das wo ich jetzt echt Bock auf Frühling hätte - schick doch bei Gelegenheit ein paar überschüssige Sonnenstrahlen vorbei, ja?
Liebe Grüße, Helga

Peter hat gesagt…

Hallo, Indien!
Hier Bonn.

Das, was Du da von Indien beschreibst, liest sich ja genauso wie Deine Japan-Berichte.
Und auch die Bilder kann ich gar nicht auseinander halten.
(Kennst Du ein Land, kennst Du alle.)
;DDD

Neee, im Ernst:
Danke für den tollen Bericht und die Bilder, die mich teilweise an Bollywood-Filme erinnern. ;)
Und ich frage mich ernsthaft, wie Du diesen enormen Wechsel weggesteckt bekommst. *bewunder*
Aber Du siehst ja mit Deinem bunten Gesicht arg vergnügt aus.
(Wenn diese Farben an einer feuchten Wand auftreten, ist das bestimmt ;D Schimmel.)

Herzliche Grüße und weiterhin viel Spaß,
Peter

Anonym hat gesagt…

whow!!!
Kaum guckt man wegen Urlaub mal eine gute Woche nicht ins Netz, hast Du etwas aus Japan, Hongkong und Indien zu erzählen. Mir ist ein bischen schwindelig...
War übrigens mit Gatte und zwei Kindern eine Woche an der Nordsee - war auch ganz nett...
Wohl etwas langweilige Grüße!!
von Irm

Anonym hat gesagt…

Toller Bericht...und vergiss auf deiner Reise nie das alte indische Tischgebet von Apu Nahasapeemapetilon:

"Guter Curry, guter Reis, guter Ghandi, esst mit Fleiß !" ;-)

Anonym hat gesagt…

Hallo Susanne, komme erst heute dazu, den letzten Japan-Blog und Indien durchzusehen und -WOW- nach Japan will ich auf alle Fälle auch mal reisen, das klingt alles so, als würde es mir wirklich gefallen.. Ich war auch vor Ostern kurz weg, aber nur an der Nordsee und im Hamburg (es war schon auch toll, kann aber leider mit Deinen Erlebnissen überhaupt nicht mithalten..). Also hab' weiter Deinen Spass und vielen Dank für den spannenden Blog, Susi

Anonym hat gesagt…

Hab ich vergessen: In der Dorotheenstrasse blühen auch schon die frühen weissen Kirschbäume, werden aber wohl nicht lange durchhalten, da gestern und heute fröhlicher Osterschneesturm war...

Anonym hat gesagt…

Hallo liebe Susanne!
Du lebst ja wirklich in einer aufregenden Zeit. Es schein mir, dass Du jeden Tag in einer neuen Welt aufwachst und jeden Augenblick zeigt sich Dir ein neues Wunder diese Erde. Traumhaft, danke, dass ich daran teilhaben kann.
Viele liebe Grüße Dein Ulli

Anonym hat gesagt…

oh wow,indien ist auf dem besten weg,meinen bisherigen favoriten japan zu uebertreffen.
da bin ich mal gespannt,was du uns noch so alles vom subkontinent zu berichten hast!
weiter so!

Claudia hat gesagt…

wer ist denn der sympathische herr auf dem letzten foto?
kannst du so was in der art bitte mit bringen?! ;)