Donnerstag, 28. Februar 2008

Konichiwa Japan!

Dieser Post hat etwas auf sich warten lassen, weil ich von Tokio so in den Bann gezogen wurde und ich eigentlich nur verwirrt am Staunen bin. Es war nicht der Kugelfisch! :)
Also hier ist alles anders als anderswo. Erstmal ist Tokio riesig und voll, aber SOOO leise: die Strassen, die Leute alles. Das wirkt, als haette jemand nach Sydney den Ton runtergedreht. Gegen Tokio wirkt die Londoner Ubahn fast so niedlich wie die Bonner. Als ich endlich eine riesige Anzeigetafel ohne Kanji Schrift gefunden habe und versuchte zu finden wo ich hin will, sprang sie im naechsten Moment wieder fuer 3 Minuten auf Kanji um. Das war schon gruselig wie bei Kafka. Aber freundiche Menschen ueberhaeuften mich mit Plaenen und Richtungsvorschlaegen, dass ich tatsaechlich am Ende doch zum Hostal fand.
Es gibt aber auch viele lustige Piktogramme, die einen zum Beispiel auf gutes Verhalten in der Ubahn aufklaeren.Ueberall sonst werden die Raucher nach draussen verbannt, hier ist rauchen auf der Strasse verboten (oder im gehen, die Piktogramme sind da nicht so eindeutig), dafuer wird aber ueberall drinnen geraucht. Eben anders.
Es ist klirrend kalt, aber die Maedels laufen alle mit nackten Beinen rum. Und hier, ganz typisch, es wird viel auf dem Handy rumgemacht. Aber es wird kaum gesimst, dafuer mehr gesurft oder niedliche Spielchen gedaddelt. Ansonsten schlafen viele Japaner auch viel in der Ubahn auch im Stehen. In Cafes wird auch viel geschlafen, aber ueberwiegend wird da dann gelert. Also sicher die Haelfte der Cafebesucher bueffelt irgendwas. Da kommt es dann auch manchmal zu einem Gespraech auserhalb der Hostals, da jemand sein Englisch ueben moechte. Das ist ganz drollig, wen jemand der keinen vollstaendigen Satz sagen kann versucht 10 Minuten den Geschmack seiner Zigarette zu beschreiben: Wasabi no, Sugger much. Anscheinen nicht scharf sondern suess. Die Handbewegungen interpretierte ich mal als runden Geschmak. Aber Gesten sind hier auch anders und helfen nicht so oft.

Ueberall falsche Kirschblueten,
aber auch echte Pflaumenblueten,
und ich im Schatten mit der typischten japanischen Fotopose.
Besonders lustig sind die manigfaltigen technischen Helferlein. Zum Beispiel gibt es fast nur geheizte Klobrillen. Dazu reinigen einen die Klos per unterschiedlichster Wasserstrahlen, teils auch automatisch ungefragt. Das ist sehr gewoehnungsbeduerftig. :)
Die Klos haben auch oefters mal ein Wasserrauschen vom Band, um Geraesche zu uebrdecken, das beim Betreten automatisch loslegt. Hat mich auch uerbberrascht.
Aber sehr praktisch war die letzten Tage der automatische Schuhtrockner, sowas wie ein Foehn der in die Schuhe gesteckt wird. Ach ja Schuhe, da muss man sich schon etwas konzentrieren. Nach der Rezeption zieht man Hauschlappen an, die tauscht man dann vor dem Klo gegen Kloschlappen, dann bis zum Zimmer wieder die normalen Schlappen, aber im Zimmer traegt man dann nur Socken.
Hier mal ein huebscher Garten zur Erholung. Jedes Viertel in Tokio das ich gesehen habe ist ganz anders als die anderen. Geschaeftsleute tragen alle schwarzen Anzug und weisses Hemd und flitzen durch die Strassen in einem Affenzahn. In anderen Gegenden zeigen sich witzig aufgetakelte Visual Kei Typen (sehen so aus wie aus dem Manga gesprungen). Aber fast ueberall ist es sehr voll, und man sollte seinem Vordermann gut auf den Fersen bleiben, um nicht zum Verkehrshinderniss zu werden. Das ist eine Kreutzung bei gruen.
Mir ist schleierhaft wie die Menschenmassen hier durcheinander durch zu fliessen scheinen. Ich vermute noch das sie sich kurzzeitig dematerialisieren koennen oder eine Art Radar haben. Ich lauf dann immer jemanden hinterher, geht nicht anders.

Das Essen, war mir schon vorher klar ist hier gut und spannend. Dazu kommt, dass es nicht so teuer ist wie ich befuerchtet habe. Das allgemeine Preisnivau ist etwa so wie in Deutschland, aber die Qualitaet (und der Unterhaltungswert) ist dafuer viel hoeher. Hier Japans Antwort auf Kaffee und Kuchen. Duftreis mit getrockneten Fruechten, gebratene Algen mit fermentierten Bohnenpaste, suesse schwarze Bohnen, frischer zarter Tofu mit Sojasosse, Misosuppe und in der Mitte ein Schwarm Kleiner Fische zum wuerzen. Alles sehr koestlich, nur die fermentierte Bohnen sind unglaublich eckelhaft! Den Geschmack hatte ich noch 2 Tage im Mund.
Ich koennte noch stundenlang weiterschreiben, denn ich bin randvoll mit unglaublichen Eindruecken: Wunderbar aufregend hier!
Ich hab jetzt bis zum 8. Maerz einen JR Railpass (so wie Interrail), und bin damit jetzt in Kyoto. Und unterwegs hatte ich das Glueck den Fuji San zu sehen. (Fuji Yama heisst der gar nicht, das ist ein Auslaendergeruecht)
Ich wollte eigentlich ganz um Japan rumreisen. Aber weil es wirklich sehr kalt ist, und weil Kyoto zu zauberhaft zum durchflitzen ist, werde ich wohl nichts vom eingeschneiten Norden sehen. Wenn jemand meint, dass das ein grosser Fehler ist, lasse mich das bitte wissen.

Freitag, 15. Februar 2008

seeya later, Australia, cheers!

Nun ist schon wieder ein Land vorbei, wie traurig, und ich hab mal wieder nicht alles gesehen und gemacht. Und auch Eure ganzen netten Ideen kamen leider nicht mehr zum Einsatz. Peter Barkley wohnt suedlich von Brisbane, da bin ich leider nicht vorbeigekommen, Frasierisland auch in der falschen Richtung, Alice Springs dann doch zu weit mit dem Auto von Adelaide, und Nemo hab ich zum Glueck schon auf Fiji gefunden. :)

Nach meinem letzten Post musste ich mich auch beeilen in 4 Tagen von Adelaide nach Sydney zu heitzen. Insgesamt war meine "kleine Australienrunde" 4200 km lang. Das ist hier ja so unglaublich gross! Und das Schild fand ich dann in Broken Hill, der letzte richtige Dorf in der tiefsten Pampa, bis Dubo kamen dann nur noch Geisterstaedte, mit stillgelegten Mienen und mal 2-3 Haeser. Das war mal richtig einsam. In Broken Hill hab ich den Fehler gemacht mit halbleeren Tank weiter zu fahren, weil ich mir so eine Zivilisationsleere gar nicht vorstellen konnte. Die naechste Tanke (100 km weiter) hatte Sonntag zu. Und das naechste Dorf, das eine Tanke habe sollte (weitere 100 km) hatte keine. Das wurd es mir schon ganz schoen mulmig, besonders weil hier auch kaum jemand unterwegs ist. Aber ein netter Lasterfahrer machte mir Mut, dass ich im naechste Dorf tanken kann und dass mein Tankinhalt sicher reicht.

Von da an tankte ich an jeder Tankstelle. (werde ich mir in D-land wohl wieder abgewoehnen)
Es gab viele Kaenguruhs, dass man sehr aufpassen musste sich von der friedlichen Weite und den Countrycharts auf Mittelwelle (was anderes gabs nicht!) nicht einlullen zu lassen.

Bei einer naechtlichen Rast, traf ich einen netten Motoradfahrer, der mir half den lecker weissen Portwein aus dem Barbarossavalley zu leeren und den Muecken zu trotzen. Er erzaehlte, er fuehre nur hinter anderen Autos her, um nicht von einem Kaengurh ueberrachst zu werden. Am naechsten Tag sah ich ihn wieder, als er einem Emu wohl nicht mehr ausweichen konnte. Es waren vermutlich nur ein paar Brueche und ne Gehirnerschuetterung. Das Emu hat's nicht ueberlebt. Zum Glueck hielten alle Autos und Laster an und ne halbe Stunde spaeter war dann auch der Krankenwagen da.
Als ich dann aus der weiten Ebene in den Blue Mountains ankam freute ich mich an der kuehkle, dem Eukalyptusduft und einigen kleinen Spaziergaengen, wie hier durch die Hoehle. Ausserdem traf ich im Hostal Heike, mit der es schoen war sich festzuquatschen.
Weiterhin viele Tiere auf den Strassen. In Deutschland hab ich sehr sehr selten "echten"Wildwechsel gesehen, hierist dann wirklich was los. Nur was das knuddelige Tier da sein sollte war mir hier noch raetselhaft: ein Possum?


Auf den Strassen hab ich das zu Glueck nicht gesehen. Im botanischen Garten, wo die "Ohrenkraehen" hausen, huschten abends einige kleine Ratten rum. Mein Schreck war gross, als ich eine katzengrosse Ratte hoerte. Aber ich glaub, das ist ein Possum.
Hier ein kleiner Gruss an Gwens Verwante. Ich halte noch Ausschau nach einer Ecke Uschi/Ulli Street. :)
Austalien hat viel Spass gemacht und ich bin richtig traurig, dass es morgen schon wieder weiter geht. Das Essen ist lecker, entweder asiatisch, fettig oder sehr suess. Die Leute wirken sehr entspannt und zufrieden, nur die Aborigines nicht. Die wenigen die ich gesehen habe waren ziemlich fertig. Ueberall sind unglaubliche Tiere und Pflanzen, dass es wie im Zoo oder einem Paralleluniversum wirkte. Tschoe, Australien, bis hoffentlich bald.

Morgen frueh geht's weiter nach Tokyo, wo dann wohl erstmal Schluss ist, mit vertrauter Kultur und Sommer. Ich hab gestern angefangen ein paar Woerter japanisch zu lernen, dass ich nicht verloren gehe. Aber ich hab tatsaechlich immer noch etwas Reisefieber, bevor es weiter geht.

Samstag, 9. Februar 2008

Von Melbourne nach Adelaide

Also Melbourne ist ja so eine tolle Stadt. Wenn das nicht am Ende der Welt waehre, wuerde ich sofort hinziehen! Es gibt Alles auf ein wunderschoene Art. Die Leute sind schick ohne schickimicki zu sein. Es gibt ein wildes Gemisch von Nationalitaeten und Kulturen, viel Kunst und selbst die Anzungtraeger wirken alle so als haetten sie ausgeschlafen, gut zu Mittag gegessen und wuerden nicht laenger als 5pm arbeiten, um mit iheren Kindern im Garten zu spielen. Alles sehr entspannt und angenehm.Hier ein schoener alter Markt, auf dem ich ein "Schwarzbrot" gefunden habe, dass sich aber als Graubrot rausstellte. Egal, es war trotzdem soooo lecker. Davor Maedels, in den hiesigen Schuluniformen, die immer wie Kittel aussehen.
Also Melbourne haette ich ja gerne noch ein paar Tage laenger gehabt, aber ich wollte gerne noch ein bisschen mehr von diesem riesigen Land gesehen. Ich hatte ja schon bis Melbourne viele tolle Kuestenstrassen, aber nach Melbourne beginnt die "Great Ocean Road".
Da sah ich dann auch gaanz viele Koalas. Aber, sorry, liebe Irm und Franka, meine tolle sueamerikanische Kamara macht leider nur "Tiersuchbilder". Aber ausser vielen spannenden Tieren (jeden Tag endecke ich mehrer unbekannte Papageien) ist die Strecke wild und beeindruckend. Einsamste Straende und coole Felsformationen.
Aber immer wieder ganz schoen uebler Regen und froestelige 16 Grad am Tag, bibber. Lustig sind die Radiospots, die einem zu Sonnenschutz raten, oder mahnen sich auf Buschfeuer vorzubereiten, oder fuer Klimaanlagen werben. Passt nicht so ganz zu dem derzeitigen Wetter.
Ich hatte ja in Sydney den Laerm und die Menschenmassen in den Backpackerhostals satt, und wuenschte mir so sehr, endlich mal allein zu sein. Aber man muss ja immer aufpassen, was man sich wuenscht. Nach 200 km ohne Laden oder Radio freute ich mich sehr ueber den Tankwart im Nirgenwo, endlich wieder ein Mensch!!!
Aber die Monotonie wird manchmal durch 4WD nebenstrecken unterbrochen. Das ist sowas wie Spielplaetze fuer grosse Jungs, ... und mich. :) Aber sonst nur echte Kerle und ihre Maschienen, ner Kiste Bier und Angelzeug.
Hier ueberquere ich gerade eine Salzwueste.
Adalaide ist fuer mich das krasse Gegenteil von Melbouerne, zickige Leute, proellig, hektisch. Aber zum Glueck ist das Barossa Valley ganz in der Naehe. Mit eigenem Auto ohne Chaufeur ist das nicht so leicht zu machen, also hab ich eine Weintour hingemacht. Das war wieder sehr nett. 14 Leute in Minibus besichtigen 4 Weingueter, bekommen dort 4 bis 10 Weine zum probieren, und einiges Interssantes erklaert. Mittags macht der Busfahrer ein lecker Barbi. Und unterwegs laute Popmusik (RollingRollingRolling) und immer heiterere Leute, sehr nett.
Das ist uebrigens die Jacobs Creek (das aelteste und groesste Weingut im Barossa Valley), eine kleine Senke in der Strasse.
Morgen gehts quer durchs weite Land zurueck nach Sydney, und ich hab nur 4 Tage Zeit.

Sonntag, 3. Februar 2008

Hello Australia, howya goin!

Erstmal, bitte nicht sauer sein, wenn ich nicht zum mailen komme. Ich freu mich immer sehr, Post und Kommentare zu lesen. Aber ich komme nicht immer zum antworten, da es hier soviel Spannendes zu erleben gibt oder ich gerade weit weg von jedem Inetcafe bin. Es kommen sicher wieder langweilige Abende in der Zivilisation, wo ich wieder etwas mehr Musse zum schreiben habe.

So, nun bin ich in Australien. Und wem das alles viel zu schnell geht, sei gesagt, mir ging es, als ich nach Australien kam, nicht anders. Da fragte ich mich schon manchmal, auf was fuer einen Wahnsinnstripp ich mich da geschossen habe. Wieder nur so kurz Zeit und ein so riesiges Land. Wohin? Was tun?
Erstmal gings ein paar halbe Tage auf die indische Botschaft, um ein Visum fuer Indien zu beantragen. Das war schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf chaotische indische Organisation. Aber nebenan gab's ein wunderbares japanisches Nudelsuppenrestaurant, was schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf Japan war. Ganz schoen multinational verwirrend.

Aber Sydney ist so ne coole Stadt, da ist es leicht sich wohlzufuehlen. Hier die Aussicht, vom Pool auf meinem Hostal. Wuchtig.
Aber es gibt auch noch besseren Pho als in Vietman, Tom Ka kai wie in Thailand, oder beim kleinen Muck, Teatime und Breakfast, wie in England, nur mit besseren Kuchen und ein paar Haefen, zum durchbummeln, die atemberaubend schoen sind.
Im botanischen Garten direkt neben der Oper, wunderte ich mich ueber die grossen Scharen Riesenraben... bis ich bemerkte, dass die Raben Oehrchen haben und eigentlich Fledermaese sind. Da fing das Staunen ueber die komischen Tiere an.Seit Chile lebe ich ueberwiegend in Mehrbettzimmern, und ausser Wandern und Radeln, war ich nur in oeffentlichen Verkehrsmitteln. Ich merkte, dass mir das langsam anfing auf den Keks zu gehen. Also mietete ich mir das kleinst moegliche Auto und eigentlich wollte ich mir ein Zelt dazumieten. Ich hatte etwas Respekt vor dem Linksverkehr, aber es kam noch "dicker": ich hab einen kostenlosen Upgrade um x Klassen bekommen, so dass ich jetzt mit einem 4Rad-Gigamobil rumfahren darf, dass auch ein prima Wohnmobil ist (man koennte vermutlich einen Smart darin parken!). Bevor ich mich damit in den Grossstadtverkehr getraut habe, uebte ich erstmal in der Tiefgarage. Faehrt wunderbar, und kaum Probleme mit Linksverkehr (nur manchmal bedank ich mich noch beim Beifahrer fuers Vorfahrtgeben...). Hier beim Lueften nach meiner ersten "Wohnmobilnacht" am Sevenmilebeach.
Ich kann mit dem Wahnsinnsgefaehrt jede Staub und Holperpiste zu den Nationalparks fahren und davon gibt es hier jede Menge. Und wenn es irgendwo besonders schoen ist, bleib ich. Und die Ladeflaeche ist groesser als jedes normale 2-Personen-Zelt.
In einem Park sollte es eigentlich Kaenguruhs geben, drum wanderte ich dort einige Stunden umher. Aber ausser buten Voegeln, teils mit Schanzbuscheln und wildem Wand gabs da nichts, auch schoen. Die Kaenguruhs waren dann lieber nebenan in einem Vorgarten. Vermutlich war das Gras da besser. Und so glotzten wir uns gegenseitig erstmal ne Weile bloed an.
Ganz besonders verblueffend finde ich hier die Kakadus. Ich wusste gar nicht dass die hier her sind (oder sind die eingeschleppt?) Im Gegensatz zu den erbaermlichen Kaefigkreaturen, ist ein Schwarm wilder Kakadus ein wahrlich majestaetischer Anblick, .... wenn da nicht das jaemmerliche Gekraechse waere.

Hier bin ich an einem der vielen wunderschoenen Straende, mit kristalklaren Wasser und Puderzuckersand.
So fahre ich nun durch kleine Strand- und Fischerdoerfer Richtung Sueden, immer die Kueste entlang. Es geht durch unendliche Eukayptus- und Regenwaelder, ich stoppe mal hier an nem Strand und da in nem Nationalpark und freue mich am sehr reichhaltige australische Essen und ueber ein kleines haessliches Strassendorf nach 400 km ohne Radioempfang und ohne Tankstelle (und ich bin hier noch im besiedelteren Teil!). Aber selbst in der grossten Wildniss ist an jeder Ecke ein netter "Walk" mit Wildcampingecke, der zum Wandern oder uebernachten Einlaed, sehr angenehm.
Heute abend bin ich in Melbourne angekommen, und freu mich darauf es morgen zu entdecken.

Samstag, 26. Januar 2008

Bula Fiji, no worries

Wer's noch nicht geahnt hat: Fiji ist wunderhuebsch. Das hat selbst mich Strandmuffel verzaubert. Um nicht die Woche Fiji mit Bootsuche zu vertroedeln, hab ich ein Backpacker-Insel-Hopping Packet in Neuseeland gebucht, das unheimlich guenstig war. In Nadi hing ich dann aber estmal einen Tag laenger fest, da gerade ein Cyclo vorbeifegte. Es war tropisch schwuel mit einem sehr starken Sturm. Als ich mich vom Flug in einem Liegestuhl ausruhte wurden dutzende kleinst Eidechsen auf mich geweht, sehr suess. Den Tag verbummelte ich im Staedtchen. Haette ich nicht schon im etwas usseligen Nadi so liebe und offene Leute kennengelernt, ich haette die Insel-Herbergen fuer Touristenschau gehalten. Viele nette Plaudereien, letztes Jahr gab's hier nen Militaerputsch, der aber nur zu hoeheren Preisen gefuehrt hat und naechstes Jahr solls wieder freie Wahlen geben. Die Bevoelkerung ist halbe halbe Fiji/Indisch, drum gibts auch huebsche Hindutempel (schonmal als Indien Vorschau)

Am naechsten Tag fuhren wieder Boote auf holpriger See und es ging auf zur ersten von 3 Yawasawa Insel (noerdlich von der Hauptinsel). Vorbei an mehr oder weniger winzigen Inseln mit Huette und Palmen, wie man's sich vorstellt vorbei, traumhaft schoen. Wenn man sein Resort oder Dorf erreicht hat, wurden die Leute vom groesseren Boot mit kleineren Booten abgeholt.

Auf der Insel sangen die Leute erstmal zur Guitarre ein froehliches Bula Lied zum willkommen. Die sangen auch wenn man allein ankam, oder auch sonst dauernd, das wirkte auf mich ueberhaupt nicht, als muessten sie singen, sondern ehrlich herzlich. Das bin ich mit Luisa, die Krankenschwester werden moechte. (die wollte dir mal mailen, Gwen)Dann erstmal chillen in meiner Lieblingshaengematte. Sehr schoen konnte man auch Schnorchenln oder im lauen Wasser baden, oder kleine Spaziergaenge zu noch einsameren Straenden machen, Kajak fahren, mit nem Minisegelboot rausfahren und mit etwas Glueck auch wieder zurueck kommen, oder einfach wieder in die Haengematte. Herrlich, endlich mal Urlaub :-))

Maci, der eigenlich auf die Bar aufpassen sollte, nutzte das, um sie mit mir zu pluendern, (sehr lustig pupertaer). Etwas gruseliger wurde es, als er vorbeikam, als ich im Korallenriff schnorchelte. Er wollte mir zeigen, wie er jagt, drueckt mir nen dicken Draht in die Hand, taucht bis etwa 5 Meter tief, und - zack- hat er nen handtellergrossen Fisch am Pfeil. Den spiesst er mir auf en Draht, und verschwand wieder in den Tiefen. So hatte ich in kuerzester Zeit, 20 noch zuckende Fische auf meinen Draht aufgefaedelt. Das ging alles schneller, als ich eine gute Idee hatte, wie ich aus der Situation rauskomme. Ich war von Macis Geschick beeindruckt, aber das war auch ganz schoen martialisch. (Vielleicht errinnert sich noch jemand an das Drama, als ich den Goldfisch toeten musste...) Aber Maci hatte den Abend frei und wollte seiner Familie ein leckers Fischessen mitbringen.Geschlafen wurde in Schlafsaelen mit bis zu 80 Betten, aber es war zum Glueck relativ leer nach dem Sturm, so dass ich hoechstens 10 im Zimmer hatte. Zu essen gab es Kokosnussfisch und Babyananas, koestlich! Und das ist WIRKLICH KEINE Fototapete.

Donnerstag, 17. Januar 2008

See you, Neuseeland, das war's leider erstmal mit uns

Lieber Ulli, lieber Pit, danke fuer Eure lustigen Komentare. ;-)


Das hab ich letzte Woche, meine letzte Woche in Neuseeland, gemacht. Nachdem ich mich erstmal langsam wieder an die Zivilisation gewoehnt habe, und mich mit gutem Essen und Wein gepeppelt habe, wollte ich doch dringend noch im Sueden wandern. Das ist zwar ein schlechtes Foto, aber gibt den optischen Haupteindruck der 12 stuendigen Busfahrt wieder Schafe ueber Schafe, und gruene Huegel im Regen. Die Busfahrer der normalen Ueberlandbusse geben immer einzelne Informationen zur Strecke und Orten. Dieser aber kommentierte JEDES Doerfchen (that's a poppy littel Spot, where you can catch some lovely trouts), jede Bruecke (die hat in den 50 Jahren seit sie erbaut wurde gut dem Verkehr und den Ueberschwemmungen getrotzt), jedem Knick in der Strasse (da hat wohl der Vermesser gepennt), jede kleine Fabrik (hier stellen 30 Leute ausgezeichnete Fritten, Spinnraeder, ... her) und jeder Dorfschule (die wurde geschlossen als die Eisenbahn hier stillgelegt wurde).... Wie gesagt 12 Stunden lang. Das war wohl die Antwort auf meinen Wunsch, gernen mehr ueber Neuseeland zu erfahren. Man muss echt aufpassen, was man sich wuenscht!


Dann gings von Te Anau auf den Keplertreck. 4 Tage, 67 km, 1400 Hoehenmeter hoch und wieder runter, 3 Huetten mit bis zu 45 Leuten und keiner Dusche.

Hier bin ich - noch frisch und froh im Farnwald. An einigen Stellen sah man Farn bis zum Horizont. Oft sah es hier auch so aus, wie wo sich die Hobbits unter den Wurzeln vor den dunklen Reitern versteckt haben. Die 1000 Hoehenmeter am ersten Tag haben sich echt gelohnt, schon fuer diese Aussicht aus der Huette.Der naechste Strecke ging ueber atemberaubende Passpfade mit unglaublichen Aussichten. Das war dann aber leider im sehr ergiebigen Regen, und mit 100 h\km Wind und leider vielen Wolken, das war Pech. Nach einer Stunde waren die Schuhe nass matschig wie Waschmachinen, am Ende war ALLES nass (nur nicht der Schlafsack, zum Glueck) (Siehste, Pit, ich hab mich echt nassregnen lassen!). Hier Luci und Nicola beim allgemeinem Waeschetrocknen . Die waren so suess wie sie ausehen.
Sobald es nicht regnete kamen die legenderen Sandfliegen zum Stechen. Ich frag mich, wovon die sich urspruenglich ernaert haben. Es gab bis die Maori vor etwa 1000 Jahren kamen, keine Saegetiere auf Neusseeland, und fuer Voegel sind die Sandfliegen echt viiiiieeel zu langsam. Langsames schlendern verwirrt die schon. Die sind schon laestig, wenn man sitzt aber auch in groessern Massen nicht so schlimm wie die Panik um diese vermuten liess.
Der naechste Tag ging durch maerchenhaften Mooswald, in dem angebich die nachtaktiven Kiwis wohnen. Genauso gut koennte ich mir aber auch Einhoerner und Elfen vorstellen, die ich aber auch leider nicht gesehne habe.
Das war der Blick von der letzten Huette ueber einen kristallklaren See, in dem man herlich baden konnte.
Und der letzte Tag ging an einem mal blauen mal gruenen Fluss entlang, der so huebsch war, dass ich manchmal nicht an meine wehen Beine mehr gedacht habe.
Meine letzten Abend heute in Neuseeland verbringe ich wieder bei den Maedels und den Meerschweinchen in Christchurch. Bei soviel Abwechlung ist mir ein wenig vertraute Umgebung um so lieber.
Neuseeland kam mir wie ein tiefenentspanntes Grossbritanien vor, sehr herzliche frische Leute, koestliches Essen. Wenn es nicht so weit weg waehre wuerde ich hier sicher dauernd verlaengerte Wochenenden verbringen. Ich glaube, dass es hier noch so viel mehr an schoenen Wanderungen zu machen gaebe. Mich wunderte im nachhinein, dass bei der Einreise selbst die Wanderschuhe auf Erde kontrolliert wurden- was hier in den letzten 150 Jahren an Schafen, Kuehen und Alpakas eingeschleppt wurde, und was hier alles abgeholzt wurde. Das Schlafsaalgeschlafe hat mich schon manchmal genervt, und es war etwas muehsam, dem organisierten Teeny-Atraktions-Troubel auszuweichen. Aber als ich das mal raushatte, war's ein Reiseland wie es angenehmer kaum sein koennte.
Vielleicht wird es in Australien mal Zeit fuer Mietwagen und Zelt, mal sehen.
Mal sehen, ob's noch etwas angenehmer geht, denn ich fahre morgen nach Fiji um mit einem Schiff eine Woche Insel-zu-hoppen und mir die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen! Ein bisschen Urlaub brauch ich ja auch mal ;-)

Donnerstag, 10. Januar 2008

Auf zur Suedinsel

Von Wellington wollte ich eigentlich mit der Faehre zur Suedinsel uebersetzen, aber die war fuer die naechste Woche ausgebucht. Das war gar nicht schlimm, denn am naechsten Morgen flog eine Cessna 208 fuer 25 Euro direkt nach Blesheim, im Marbourough Weinanbaugebiet, und da wollte ich auch hin. Ich sass direkt hinter dem Piloten, es wackelte ganz schoen und die Aussichten auf beide Inseln waren herrlich.In der Gegend wird ueberwiegend Wein angebaut. Das heisst die Backpackerhostals sind voll mit Leuten, die sich hier Weinstoecke beschneiden. Die hier zum Wein trinken hinkommen steigen vermutlich eher in den chickeren Etablisments ab. Aber mit dem Hostalbike haette ich leicht 50 Weingueter erreichen, ich hab aber nur 4 an einem Tag geschafft. (Forest Estate war der Knaller!!!) Wow, da gabs aber mal echt tollen Wein. Am besten fand ich die Gewuerztraminer und den Cabernet Sauvignon. Die werden hier sehr duftig ausgebaut, dass ich zuerst man dachte, die Japanerin neben mir haette ein echt heftiges kitschiges Parfuem. Die Rotweine sehen leider aus wie aus Deutschland und schmecken duenn.

Dann gings weiter nach Kaikoura, einen huebschen Strandkaff. Suedamerika regte mich irgendwie nicht zum lesen ein, es gibt kaum Buchlaeden und man sieht selten jemand lesen und die Busse wackeln so, dass einem schlecht beim lesen wird, und man wird, sobald man draussen sitzt eh gleich angesprochen, dass man nicht zum lesen kommt,... warum auch immer. Das hole ich jetzt hier nach. Ausserdem war es in Kaikoura so herlich ruhig, keiner will einem staendig was verkaufen, es gibt hier nur saubere Klos mit Papier und Seife, und das Internet ist echt flink. Ich bin noch nicht ganz ueber meine Suedamerikaerfahrungen hinweg. In Kaikoura gibt reichlich Tiere am Strand zu sehen: unterschielichste Moewen, Delfine, Robben, schwarz-weisse Kormorane, Seeloewen und schwarze, quietschfidele Laufvoegel mit quitschroten Schnaebeln. Sehr huebsch fuer ein paar Tage anzusehen.

In Christchurch bin ich in einem Backpacker nur fuer Frauen untergekommen. Das ist echt ein Erlebnis: neben perfekter sauberer Kueche, riesigen Spiegeln, kostenloser Waschmaschiene, Foens mit unterschiedlichen Aufsaetzen, Buegeleisen, Personenwagen, flauschigen Riesenhandtuechern, einer riesen DVD Sammlung mit Schnulzfilmen, einem Krauetergarten, gibt es auch noch viele supersuessen Tiere, die von jauchzenden Maedels geknuddelt werden: Katzen, ein fettes Widderkaninchen, Fische und Meerschweinchen (lecker?!!)
Christchurch ist noch huebscher als die anderen Staedte, alte englisch anmutende Haeser und Kirchen, pitoreske Parks, mit Queen Victoria, nette Laeden, coole Bars und Restaurants. Lustig auch hier die Fussgaengerampeln an Kreutzungen, die alle gleichzeitig gruen werden, dass man quer daruebergehen kann. Ausserdem kann man hier ueberall mit Kreditkarte zahlen, selbst im Telefonhaeuschen und auf dem Flohmarkt.
Dazu gibt es noch eine historische Strassenbahn, die durch die Straesschen bimmelt.
Alles sehr nett und erholsam. Aber mich packt nun doch wieder die Abenteuerlust und morgen geht's endlich wieder in dei Wildniss. Ich fahre ins Fjordland (ganz im Sueden), wo ich ein paar Tage auf dem Keplertreck von Huette zu Huette wandern werde.