Sonntag, 20. April 2008

Mumbai und Goa

Als ich im Nachtbus von Udaipur nach Bomby aufwachte, sah ich Slums bis zum Horizont, Menschen schlafend im Strassendreck, manchmal mit Mueckennetz meist ohne. Ueber 1 Millonen Menschen leben in Bombay in Slums. So ein Elend wie hier in den Aussenbezirken habe ich noch nie gesenen. Im krassen Gegensatz dazu ist die Innenstadt propper und gruen, es gibt oft sogar Buergersteige(!) und die Kolonialbauten sind im guten Zustand. Die Haendler, Bettler und Taxifahrer (Rikschas sind in der City verboten) versuchen einen uebel uebers Ohr zu hauen, so krass war bisher nur Delhi. Aber im Vergleich zu Delhi ist hier alles relativ westlich zivilisiert und sauber. Aber das unglaubliche Elend der Armen ist auch in der schniecken Innenstadt sichtbar, wenn z.B. eine Mutter mit ihren 5 Kindern (das aeltestes vielleicht 6 Jahre alt) auf dem Gehweg schlaeft. Ich werde mich nie daran gewoehnen da einfach drueberzusteigen.Das Gate of India haben noch die Englaender gebaut, aber kurz nachdem es fertig war, war Indien auch schon unabhaengig. wurde ich dann auch fuer Bollywood entdeckt. Die suchen immer "exotische" Auslaender als Statisten. Leider waren an meinem Drehtag die Hauptdarsteller krank. So war meine Filmkarriere dann auch schon wieder vorbei. :)Aber manchmal merkt man selbst hier noch, dass man in Indien ist. So gibt es im ganzen Land anscheinend keine Speisekarte, die nicht klebt und fast unleserlich vor Schmier ist. Teilweise kleben auch noch ganze Fliegenkolonien darin.
Und dann gibt es in Mumbai auch noch viele Maenner, die sich als wunderschoene Frauen auftreten, nur wesentlich frecher und provokativer, als die normale Inderin. Diese werden als heilig verehrt und muessen z.B. in Zuegen nicht bezahlen. Transvestiten haben es hier offensichlich wesentlich leichter als bei uns.

Bei Zuegen, Bussen und allen engen Tueren gilt: alle steigen gleichzeitig ein und aus. Dazu wird dann gerne noch aus der 2ten Reihe Gepaeck ruebergereicht.
Hier ein paar Spuelerinnen.
Vor Mubai liegt Elephantisland, mit drolligen Affen, vor deren Raubueberfaellen man aber auf der Hut sein musste.Hier sind sie aber mit Saeglingspflege beschaeftigt.Die Hauptatraktion ist aber der Tempel, der als Hoehle in den Fels gehaune ist. Da gab es Shivareliefe, die die Portugiesen aber als Schiessstand benutzt haben. Trotzdem war noch genug erhalten, um tief beeindruckt zu sein. Shiva ist der Gott der Zerstoerung. Diese ist aber fuer den Neuanfang und das Bestehen in der Zeit notwendig. Drum hat dieser 7 Meter hohe Shiva 3 Koepfe, links den maenliche Zerstoerer, in der Mitte das Sein und rechts, der weibliche Teil Shivas steht fuer das Entstehen.
Auf dem Bahnhof wimmelt es von Leuten, die wegen unglaubliche Verspaetungen ein paar Tage auf dem Bahnhof warten, Lasttraegern, Zeugverkaeufer. Mein Ueberland Zug nach Goa war aber relativ puenktlich und am naechsten Morgen, freu ich mich hier, noch leicht zerzaust, dass es endlich gruener wird.
In Goa packte mich dann der grosse Blues, dass meine Reise schon so schnell vorbei geht. Dazu kommt, dass es aus einiger Entfernung absurd oder kaum zu schaffen, scheint, was ich da den Tag ueber alles so machen muss. Dazu kommt, dass ich diese Mischung aus hier-haengen-gebliebenden Hippies, die glauben vom kiffen wird man heilig, und rotgebrannten Englaender, die glauben von saufen wird man erholt, gerade nicht so betoerend finde.
Mir gefaellt aber gut, dass man in meiner spottbilligen Huette am Strand das ausergewoehnlich schoene Rauschen des Meeres hoeren kann. Auch hier Kuehe: Nachbarn leihen mir ihr Boogibord (Surfbord im liegen) das sauviel Spass macht. Ansonsten ist das Wasser badewannenwarm, es sind feuchte 42 Grad und ich bin dauernd im Wasser. Besonders schoen sich im Vollmondschein auf dem spiegelblanken Meer teiben zu lassen.
Aber in Goa und Bombay fehlte mir doch das richtige Indien, dass ich mich von da auf nach Hampi machte.

Sonntag, 13. April 2008

Udaipur

Sorry, ich muss Euch mal wieder mit Bildern zuschmeissen, aber Indien ist sooo optisch...
Udaipur, mit seinem malerischen Seen, war mir eine willkommene Abwechslung zum staubtrockenen Jeisamer. Hier wurden die Wassschlossaufnahmen von Octopussi gedreht, dass man hier ganz klein im Hintergrund sieht.Ich hab bisher noch keine Muellabfuhr in Indien gesehn. Aller Muell wird im Garten oder auf der Strasse oder am See verbrannt. Jetzt weiss ich auch, was die tausenden flackernden Lichter waren, die ich beim Landeanflug auf Delhi gesehen habe. Das fuehrt dazu, dass man Nachts in Ueberlandbussen vor Rauch von der Strasse kaum atmen kann.
Mein Killerimunsystem kommt prima mit den massiven Attaken hier klar. Und das Essen ist nicht so scharf wie ich befuerchtet habe. Besonders lecker Thali, mit Chapati-Brot, Salat, gebratenen Reis, Jogurth mit Stuckchen(?), Dhal (Huelsenfruchtpampe) und veg Curry. Jeder einzelene Teil mit einem Strauss unterschiedlicher Gewuerze, lecker und billig (ca 0,50 Euro) Nur mit der rechten Hand zu essen und Chapatistuecke abreissen ist nicht immer einfach.
Wegen dem Saison Ende war es schoen ruhig und die Leute hatte viel Zeit zum Teetrinken und quatschen. Dabei konnte ich dann auch mein Feilschgeschick etwas verbessern. Es ist, glaub ich, schon ein gutes Zeichen wenn der Haendler instaendig bittet, niemanden den Preis zu verraten, den ich gezahlt habe. Aber ich vermute, dass ich oft immer noch zuviel zahle.
Aber weil nichts los war, hatten die Rikschafahrer nicht viel zu tun, und freuten sich fuer etwas mehr als das Benzingeld lange Ausfluege in die weitere Umgebung zu machen, am liebsten mit dem Motorad. Uebers indische Land zu "rasen", in kleinen Doerfenrn halt zu und die unglaubliche Schoenheit der Landschaft zu bestaunen war ein Riesenspass. Was die Landschaft auch so schoen macht, ist, dass auf kleinsten Feldern alles in Handarbeit gemacht wird. Da sieht man handgebundene Getreidegarben, pfluegende Ochsen und Ochsen die im Kreis gehend Wasser zur Bewaesserung pumpen. Alles sehr einfach und arm, aber schoen anzusehen, und zumindest nicht so ein grausames Elend wie in den Staedten. Die Dorfleute sind sehr gastfreundich und mindestens genauso neugierig auf mich wie ich auf sie. Hier reissen sich ein paar Kinder darum noch mit aufs Foto zu kommen, dass sich eigentlich die beiden Dorfhuebschen im Hintergrund gewuenscht haben.
Ueberhaupt finden es viele Inder ganz toll fotografiert zu werden und dann auch noch das Foto direkt sehen zu koennen. Da freut sich die Touristin und die Inder auch.
Auf den Morotoradtrips hab ich viele interssante Dinge probieren koennen, wie Bidis (kleine billige handgerollte Zigaretten), Kruemel in kleinen Tuetchen, dass wie Kraeter und Weihrauch schmeckt und dass man unter staendigem Spucken im Mund aufloest, Zuckerrohr knabbern (was auch mit viel Spucken verbunden ist). Fuer die Leute war mich dabei zu beobachten ein Riesengaudi und fuer mich auch.
Das eigentliche Ziel war aber Kumbalgath, ein tutzige, riesige Fordanlage, jetzt mitten im Nirgendwo frueher an der Gewuertzstasse.
Innen viele Tempel und drumherum sehr viel Landschaft.
Manchmal bin ich aber auch mit lokalen Bussen ein bisschen durch die Gegend geklappert. Bei einem Stop, raubten einige Affen erstmal die Fahrgaeste aus (Wasserflachen, Essenstueten) andere suchen den Schatten unterm Bus.
So erreichte ich den tollen Jeintempel Ranakpur, mit kuehler "Aussichtterasse", dezent versteckten Kamasutra-Reliefen und 1444 unterschiedlichen Saeulen.
Hier haben mich indische Reisegruppen sicher noch oefter fotografiert, als die imposanten Steinelefanten.
Ueberall auch echte Tiere, es gibt kaum irgendwo auf Stadt und Land eine Strasse ohne Kuehe. Oft auch Ziegen, ein paar Hunde, marodierende Affenbanden, viele Tauben, Eselherden, die Ziegel schleppen und manchmal auch ein Elefant, der in den engen Gassen den Verkehr blockiert. Die Tiere werden alle gefuettert oder fressen die Pressabfaelle der Saftpresskarren. Die roten Hoerner zeigen, wem die Kuh gehoert. Und wer wuerde da wagen, die Heiligkeit der Kuh zu bezweifeln?
Aber der Oberhammer war das Gangor-Fest in Udaipur. Es findet zu Ehren der Hochzeit von Shiva und Pavati statt. Lord Shiva (der Zerstoerer) ist einer der wenigen vorbildlichen Ehemaenner in der Hinduh Goetterwelt. Darum fasten die kleinen Maedchen, laufen schon seit Wochen mit Blumentoepfen durch die Strassen, um Geld fuer schoene Kleicer oder die Aussteuer zu sammeln. Das machen sie, um dann die Blumen am Gangorfest in den See zu werfen und fuer einen guten Ehemann und eine glueckliche Ehe zu beten.Ausserdem gibt es Frauen, die mit Goettern auf dem Kopf durch die Stadt ziehen, eingehuellt in dicke Bluetenduftschwaden, extatisches Getrommel, eine Tanzauffuehrung auf dem See, bei der kiloweise Bluehtenblaetter geworfen werden, und ein fettes Feuerwerk, dass in Deutschland niemals durch den TUeV gekommen waehre. Die Strassen sind voll mit Frauen (die sonst in der Minderheit sind) in ihren schoensten, buntesten Gewaendern, sowas wie indischer Girlsday. Noch bunter geht wirklich nicht mehr!

Samstag, 5. April 2008

Radgstan: Jaipur, Puschkar und Jeisalmer

Mein Eindruck von Indien kippt langsam von schrecklich anstrengend zu unglaubliches Wunderland. Das liegt sicher auch daran, dass ich langsam lerne die Nerver von den interssanten Leuten zu unterscheiden. Unglaublich redselig sind sie alle.
In Jaipur war auch am Tag nach dem Farbenfest Holi alles am ausnuechtern, nur die Rikschafahrer nicht. Sobald man sich auf die Strasse traute, hatte man sofort eine Traube Fahrrad und Motorrikschas um sich, die kaum abzuwimmel waren. (und eigentlich dachte ich, ich waehre da schon ganz gut drin) Da half nur Sightseeing. hier der imposante Citypalast. Kino wird hier noch richtig verehrt. Mein erstes Kino war riesig-bombastig, duftet nach Rosen und die etwa 1000 Plaetze sind ueber 4 Vorstellungen ausverkauft. Ich sah den Film " Black and White in search for Harmony", ein 3 stuendigerSelbstmord-Attentaeter-Epos. Ich hatte etwas Sorge, dass das Thema nicht so sehr zum bollywoodmaessigen Tanzen und Singen einlaedt. Aber das war unbegruendet und das ganze Kino sang die Lieder mit. Obwohl der Film in Hindhi war, war die Handlung kristallklar zu sehen und in der Pause haben mir eine neugierige Menschentraube ("was denkt die Touristin wohl ueber unser tolles Kino?") nochmal die Handlung erzaehlt.
Der Hinduismus hat ja unsagbar viele Goetter, die dann auch noch unterschiedliche Erscheinungsformen haben und fuer jeden Geschmack und jede Gelegenheit gibt es Goetter. Die Spiritualitaet hier ist allgegenwaertig. Zum Beispiel steht vor einer schmuddeligen Masala-Tee-Bude ein zweckfreier Bretterverschlag mit einigem Staub und Muell drin. Obwohl gerade ein Bus mit Leuten angekommen ist, die alle gerne einen Tee wollen, haengt der Teekoch in aller Seelenruhe duftende Blumenketten an den Schrein des Teebudengottes und des Bretterverschlaggottes. Dazu zieht er die Schlappen aus und preist den Gott. Muellwegraeumen ist hier anscheinend kaein Bestandteil des Preisens.
Hier dein Tempel des Sonnengottes, der hoch ueber Jaipur trohnt.
Dieses Foto hat der Mann neben mir zuerst mit seiner Kamara machen lassen, um festzuhalten wie er mir einige Goetter als Anstecknadeln schenkt. Die Touristen sind fuer viele Inder genauso interssant wie andersrum. Er hatte zwischen seinen ruinoesen Zaehnen Kautabak Gewuerzmischung und meinte freudestrahlend, dass er auch die 5 Stunden nach Puschkar faehrt und jetzt meine Begleitung waehre. Klang fuer mich eher wie eine Drohung. Aber er kannte genug Geschichten ueber alle Goetter, dass das dann noch ganz nett wurde.
Puschkar ist ein heiliger See mit hunderten Tempeln, einem Dorf voll spirutueller Kiffer und Priester und Yogaschulen mitten in der Steppe. Dort hab ich mich ein paar Tage von den stressigen, dreckigen Grossstaedten der letzten Wochen erholt.
Mein Zimmer war mit Blick auf den wunderschoenen See. Der ist entstanden, weil Brahma gerne eine Manifestation auf der Erde wollte und hier eine Lotusbluete hingeworfen hat. So steht hier der einzige Brama Tempel ueberhaupt. Brahma hat, als seine Frau mal nicht so wollte wie er, einfach ne andere geheiratet. Daraufhin hat sie dafuer gesorgt, dass jeder andere Brama Tempel einstuertzen wuerde.
Die Menschen nehmen betend Baeder und uebergiessen sich mit heiligem Wasser. Viele Priester da sind ganz schoen penetrant und geldgierig, aber ein wirklich weiser, hat mir gezeigt, wie man da Blueten, Reis, Wasser und Farben opfert. Wenn es geklappt hat, sollten alle die ich kenne jetzt ein glueckiches Leben haben. Dabei trinkt man auch einen kleinen Schluck vom Seewasser. Erst anschliessend hab ich gelesen, dass (neben allem anderen) auch Ghandis Asche in den See gestreut wurde. Nun gut, hat zum Gluck nicht geschadet.
Abends waren viele Feste um den See, wo bis spaet in die Nacht monoton bis extatisch gesungen wurde. Nachts heulten die Hunde und morgens um 5 ging dann das Gebimmel in den Tempeln los, dass die Goetter auf die Betenden aufmerksam machen soll. Also so richtig ruhig war es da selten.

Die Frau neben mir hat mir einen Fuss mit Henna Ornamenten bemalt und wollte dafuer gerne ein Bild von sich und ihren Kindern zugeschickt bekommen, hier eins davon. Von da fuhr ich mit dem Sleeperbus nach Jeisalmer. Das ist eine Kombination zwischen Gepaecknetz und Kapselhotel. Man hat eine kleine Box fuer sich, in der ich noch besser geschlafen haette, wenn ich nicht wegen der Schlagloecher oefters mal 30 cm in die Luft geschleudert worden waehre.
Jeisalmer ist eine Stadt mit einem Ford mitte in der Wueste, in der naehe der pakistanischen Grenze. Das Ford sieht so aus als waehre es aus der gelben Erde herrausgeplatzt. Eigentlich ist das hier wohl recht touristisch, aber da es um die 40 Grad war und der Wind heisser und staerker als die meisten Haartrockner, war es recht ruhig hier. Und die Haendler und Guides nervten jetzt zum Glueck nicht wie sonst wo, sondern hatten viel Zeit zum plaudern und Teetrinken. Nach 3 Tagen kannte ich den ganzen Dorfklatsch und hab interssantes ueber das Kastensystem und die arrangierten Hochzeiten gelernt. Die meisten Leute sind stolz auf ihre gute Kaste, welche es auch sei, und finden arrangierte Hochzeiten sehr gut, da ihre Eltern besser wissen was fuer sie gut ist. Schwer nachzuvollziehen, aber unser Art Lebensbeziehungen auf Verlieben aufzubauen, funktioniert ja auch nicht immer so hundertprozentig.
Einen Tag wollte ich gerne in der Wueste schlafen. Das war etwas abenteuerlich, da das Wetter etwas stuermisch heiss war. Mein Kamel, Michale Jackson, hatte schon einige Dorfrennenen gewonnen. Wir waren nur zu 2 mit einem Kamelfuehrer und haben gemeinsam ein tolles Essen gekocht. James aus England hat einen uebeltrockenen Humor, dass wir neben Sternegucken auch noch viel zu kichern hatten.

Sonntag, 23. März 2008

Namaste India, und Happy Holi

Indien ist anders als andere Laender. Es stimmt zum Beispiel nicht, dass alle Flughaefen gleich aussehen: Delhi Airport ist eine Bruchbude, bei der ich nicht sicher war, ob sie gleich auseinanderfaellt oder gerade aufgebaut wird, vermutlich etwas dazwischen. Der Taxifahrer irrte dann auch noch 3 Stunden durch die Gegegend auf der suche nach meinem Hotel. Anscheinend fragen Maenner nie gerne nach dem Weg. Mein erster Eindruck war, irgendwie verdammt anstrengend hier.
Ich wohnte in Delhi im YHA, dass mir ein Inder unterwegs empfohlen hat. Dass Zimmer hatte fliessend Wasser die ganze Nacht, die Dusche war kaputt, und um reinzukommen bollerte man zu jeder Tages und Nachtzeit an die verriegelte Zimmer-Eisentuer. Aber das schien komischerweise keine zu stoeren gewckt zu werden: dass war eine wilkommene Gelegenheit ein bisschen zu plaudern, oder noch was mit dem Baby zu knuddeln. So hab ich aber einige sehr nette indische Maedels kennengelernt.
Es war sehr heiss, smoggig, so staubig, dass man fast die Fliegenschwaerme nicht sieht und dazu ein unglaubliches Gewuehl auf den Strassen.Ueberall wimmelt es von Motorrikschas, Frauen in wunderschoenen Gewaendern, Kuehen, Lasttraegern, vollgequetsche Fahrradrikschas, Autos, Fahrraedern mit einer Metallkiste drauf, die 8 kleinen Kindern als Schulbus dient, Hunden, Rollstuehlen, Handkarrenschiebern, die mit dem Handy telefonieren, verstuemmelten Leuten, die sich dazwischen auf dem Boden winden.

Es fiel mir auch nicht so leicht mir einzureden, dass die Tuktukfahrer wissen, was sie tun. In den 4 Tagen Delhli hatten 3 davon kleine Unfaelle. Scheint hier aber keinen zu stoeren, ist vermutlich Vorbestimmung.Dazwischen wird allerlei gearbeitet. Da gibt es reichlich "Touristenfuehrer", Landenanpreiser, Rikschafahrer, Studenten die angeblich ihr Englisch aufbessern wollen, und schrecklich verstuemmelte Kinder, die alle glauben, wenn man einem Touri nur gehoerig auf den Keks geht, dann kommt man schon an sein Geld. Ich find es nicht so leicht, damit umzugehen.

Dann gibt es aber noch Basare, die wunderschoene Dinge zu unglaublich niedrigen Preisen haben, Ohrenreiniger (dfie Kunden sehen sehr genuesslich aus, ich weiss nur nicht, ob die auch Frauenohren reinigen), Barbire, die ihre Kunden im Gewuehl auf der Strasse sitzend rasiern, Teekoeche, die virtuos die Gewuerze in die brodelden Toepfe schmeissen und ihrer Spuel- und Austragsgehilfen, Betelverkaeufer, mit rot- spuckenden Leuten davor (ich dachte zuerst das sei Blut) undundund. Von allem Denkbaren und Undenkbaren sehr viel.
Dann aber auch noch einige Sights wie diese gigantische Moschee oder das rote Fort. Etwas ueberdosiert von Delhi fuhr ich in einem netten klapprigen Zug, zwischen 1000 Babys und lustigen Musikanten nach Agra zum sagenhaften Taj Mahal. Der ist wirklich unwahrscheinlich schoen. Er wurde 1631 von einem Shah als Grab fuer seine 2 Frau gebaut, die bei der Geburt des 14 Kindes starb, und wird als Symbol einer grossen Liebe gesehen. Ich vermute ja, dass er auch ein wenig groessenwahnsinig und selbstverliebt war. Aber nix desto trotz, das Erbebniss ist atemberraubend.
So verbrachte ich viele Stunden mit sitzen und staunen und Augenschmeicheln lassen. Da gabs dann auch wie in Delhi viele Streifenhoernchen, deren metalisches "Zwitschern" ich erst fuer nervige Voegel hielt.In Jaipur kam ich gerade zum Elefantenfestival an, dass am Vorabend vom Holi Fest ist. Neben praechtig bemalten und behangenen Elefanten, gabs auch noch eine Feuerwerk mitten in der Menge und schoene Taenze. Und dann Holi. Dass ist ein Fest, dass zu Ehren Krishnas gefeiert wird. Wenn ich alles was mir dazu erzaehlt wurde mal zusammenfuehre: Krishna ist ein Hinduh Gott, der immer den Schalk im Nacken hat und sich regelmaessig verliebt. Einmal war er so hin und weg, dass er seine Suesse mit Farbe beworfen hat. An diesem Feiertag gibt es keinen offenen Laden und keine Rikschas, weil sich eben alle mit Farbpulver in allen Regenbogenfarben einreiben. Das Pulver ist unglaublich faerbend und duftet intensiv nach Blueten. Ziemlich wild und lustig.
Alleine waere mir das vermutlich etwas zu hart geworden, da die Leute dann auch immer besoffener und abgedrehter wurden. Aber ich hab zum Glueck am Vorabend den netten Ali kennengelernt, mit dem ich mich dann ins Gewuehl gestuertzt habe. Ist vermutlich so wie bei uns Karneval, da fuehlte man sich als einzelner Tourist wohl auch etwas verloren.

Hier fahren wir gerade gut eingestaubt auf seinem Motorad durch die Regenbogenstrassen.
Danach flossen auf denn schlammigen Strassen pinke Duschwasserbaeche, dazwischen Hunde mit bunten Pfoten und Schweine mit blauen Schnuten. Das Waesche waschen und Haut enfaerben danach ist eine Herrausforderung, dauert angeblich einige Tage bis das wieder abgeht. Und im Taschentuch finde ich noch am zweiten Tag alle Farben des Regenbogens.

Donnerstag, 13. März 2008

Sayonara, Japan, arigato gozaimas!

Ich muss Euch jetzt wohl etwas mit Bildern und Text zuschmeissen, aber weniger geht leider nicht, bei den unglaublich vielen Eindruecken, die ich in Japan habe.

Von Hiroshima bin ich nach Fukooka weitergefahren. Die Bahn ist hier sehr puenklich, schnell und ICE artige Shinkansen Zuege fahren alle paar Minuten, sher angenehm. Lucky me, dass ich mir noch in Sydney einen Railpass gekauft habe, sonst waehre es sehr teuer oder langsam geworden! Hier eine Bentobox im Zug. Ich hatte ja auf angenehmeres Wetter im Sueden gehofft, aber da gab es gerade gelben Schlammregen (wegen Sandsturm aus China), der in Schnee ueberging, kein perfektes Sightseeing Wetter. Freundliche Voluntaere, die ihr Englisch aufbessern wollten kamen ins Hostal um einem Origami beizubringen, lustig, ich kann jetzt den Kranich! Tagsueber habe ich Kyushu mit dem Zug durchkreutzt. Da gibt es Burgen und Vulkane, herlich schroffe Landschaften, heisse Quellen an jeder Ecke (Lonley Planet nennt das Island auf Steroiden), perfekte Onsen, die einen das uselige Wetter sehr angenehm machen, wenn man sich eine heisse Quelle ueber die Schultern fliessen laesst und dabei die Berge im Schnee bestaunt. Ausserdem kan man sich in heissen Vulkansand einbuddeln lassen und kleine Schreine bestaunen.
Dann dachte ich mir, wenn schon kalt, dann lieber richtig, und fuhr weiter nach Takayama, einem alten, abgeschiedenen Dorf in den Bergen. Als ich ankam tobte der Schneesturm. Dort lebte ich in einem Zenkloster, das ein Hostal hatte. Da ich der einzige Gast war, und die Schlafsaele so schwer zu beheizen sind, gab mir der weise Moench ein Einzelzimmer mit dubiosen Gasbrennerofen, und Heizdecke, die auch dringend noetig war. Das war sehr urig da. Es gibt da das legendaere Hida Rindfleisch, gerne auf einem Blatt mit Miso gegart, manigfaltiges saurer eingelegtes Gemuese, dass auch noch gut aussieht, und Sake. Da genoss ich dann Tiefschneewanderungen in strahlenden Sonnenschein und myrriaden kleine Tempel und Schreine.
Auf meinem Weg zurrueck nach Tokyo verbrachte ich einen tollen Tag beim Onsenhopping in
Gero, ein Bad in einem traditionellen, teuren Japanischen Hotel in den Bergen, mit traumhaften Aussenbad, eins mit Blicke auf den Fluss und eins auf dem Dach eines schicken Hotels mit unterschiedlich waremen Tontopfbecken, gerade gross genug fuer mich, oder 2 Japanerinnen. Maenner badeten aber auch direkt neben dem Fluss in einer Quelle, es gab mehr heisse Fussbecken als Leute und alle paar Meter kam heisses Wasser aus dem Boden, irre. Kaum zu glauben, dass noch genug Boden fuer das Dorf da war.
In Tokyo war es dann endlich Fruehling!
Viele Gruesse an die Kirschluete in der Dstrasse!Ich hab dann auch herrausgefunden, wie man sich am besten durch die Menschenstroeme bewegt, wenn man keinem hinterher laufen kann: nicht genau hingucken. Klingt komisch, geht aber. Vielleicht, weil die Japaner erschrocken stehen bleiben, wenn man sie anguckt, oder weil man beim Blickschweifen lassen besser mitschwimmt, wer weiss.

Ueberhaupt reagieren Japaner leicht verschreckt, wenn man sie anspricht oder guckt. Kommt man langsam, freundlich laechelnd auf jemanden zu, weicht er in der Regel wie zufaellig zurueck, und geht weg. Braucht man Hilfe beim Weg-finden, ist es besser einfach demonstrativ in die Karte zu gucken, dann hilft sofort jemand. Im Gegenzug muss man sich schon etwas mit seiner Karte verstecken, wenn man einfach alleine reingucken moechte. Welchen Ubahnausgang nehme ich jetzt?Aber dieses Sich-nicht-angucken, war anfangs schon irritierend. Es gibt mehr Situationen als man denkt, in denen man anderswo mit kleinen Blicken komuniziert. Aber auch Gesichtsausdruecke werden nicht sehr kultiviert, gibt nur neutral und laecheln, beides mit mir unklaren Bedeutungen. Aber wenn man Hilfe brauechte ist sofort jemand zu Stelle, das wirkte anfangs nicht auf mich. Und es ist sooo unglaublich sicher. Zum Beispiel hab ich ein Paeckchen Zigarretten mit Feuerzeug in einer quirligen Good Manner Raucherzone liegen lassen. Woanders haette ich mir gar nicht die Muehe gemacht zurrueck zu gehen, aber in Tokyo lag es noch nach einem halben Tag an der selben stelle. Unglaublich.

Diese lustigen jungen Menschen singen unter heftigen Gespringe ein Lied ueber ihre Koerperteile.In Tokyo war ich dann endlich in einem der legendaern Kapselhotes. Das sind sind Plastikzellen ca 1.50x1.50x2.20 m mit Fernseh, Radio, kuscheligem Bettzeug, Kimonopyjama, Zahnbuerste, Handuch, jap. Waschhandtuch und Hornhautfeile(!), jden Tag frisch. Das war gar nicht klaustophobisch wie befuerchtet, sondern schoen leise und kuschelig. Dazu gabs gratis Tee und Kaffee, einen perfekt ausgestattes Bad (Cremes und Foene und Gesichttsseife...) und ein nettes heisses Tauchbecken. Das ganze zum normalen Hostalpreis. Nett war auch, dass nur wenig "Backpackerpack" da war, dafuer aber viele "echte" Japaner, die "zuhause" etwas kontaktfreudiger als sonst sind.
Hier der blick von der Dachterasse. Erkennt man was das ist?
Das ist eine Brauerrei mit einem Hochhaus wie ein Bierglas.
Lustig auch das japanische Fernsehn, da gibt es Shows, wo Leute alle halbe Minute ein andere Gericht probieren und dann den Preis raten muessen, und dass 3 Stunden lang! Oder abendliche Seifenopern ueber einen suessen Meisterschueler, mit kleinen Lernfilmchen dazwischen, damit auch der Zuschaer versteht, was der kleine Kluge gerade verstanden hat. Wen sich 2 Japaner unterhalten, reden beide abwechselnd jeweils etwa gleichlang, waehrend der andere dauernd bestaetingende Geraesche macht. Das geht von ssossosso (alle 5 Sekunden) sagen bis zu energischen stossaertigen Dauerbrummen oder Stoehnen. Das wird dann richtig lustig, wenn sich eine Gruppe unterhaelt, dann toenen alle Zuhoerer. Bei Fernsehgespraechsrunden kommt dass dann aber wirkich sehr lustig.

Es gibt sehr viele Moeglichkeiten sich in Japan prima zu unterhalten. Da gibt es die Paschinkhoellen (Spielautomaten, die mit kleinen Kugeln bedient werden, die vor einer optischen Reizueberflutung runterrasseln, waehrend ein Hoellenlaerm abgeht). Oder die normalen Hochhausspielhoellen, jede Etage fuer eine ander Zielgruppe, Schuelerinnen beim Kuschelbaer schnappen, Schueler beim um die Wette trommeln, oder beim Autorennen, die Penner, die sich vor dem Pennyschieber aufwaermen, die Strategiespieler, die riesige Tafel vor sich hatten und Bildschirme mit Schlachten, oder die Zocker an riesigen elektronsichen Versionen von Bingo oder Poker. Alles mit einem ohrenbetauebenden Getoese und Gebimmel und einem Geblinke und Geglitzer, das epileptische Anfaelle ausloesen koennte.

Dann gibt es aber auch noch das Kabuki Theater. Ich hab gluecklicherweise nur eine Karte fuer einen Akt gekauft. Das war eine Stunde interssante sproede "Ua Ua"Gesaenge und Kimonotaenze und schoene Kulissen, aber 5 Stunden waere dann doch etwas viel gewesen.

Aber immer wieder beste Unterhaltung ist ein Bummel durch die Laeden. Japan hat kaum Ladenketten und Produkte wie sonst ueberall (z.B. es gibt zwar CocaCola, aber viel mehr ander Getraenke). Dafuer aber eine grosse Liebe zur absurden Sachen. Da gibt es neben Lernstaebchen fuer Kinder; Kissen, die aussehen wie Haende, die den Kopf halten; 50 verschiedene Arten von Mundschuetzen(werden viel getragen); auch diese Plastikspange fuer ein breites Laechel.Japan ist geruchsneutral. Wenn man einen Menschen riecht, kann man sicher sein, dass das ein Tourist ist. Und selbst auf dem riesigen Fischmarkt oder auf oeffentliche Toiletten riecht man nichts. Dafuer hat man im Japan aber eine Liebe fuer luestige Jingels, da machen Ampeln bei gruen gerne mal eine 20 Ton Melodie wie Schwarzwaldklinik, oder im Zug laeuft vor Stationen eine traurige 8 Ton Abschiedsmelodie gefolgt von einer sehr langen Ansage, wo man viel Uebung braucht, den Stationsnamen rauszuhoeren.


Ach, Japan war schon wunderbar anders und angenehm. Ich glaube, dass ich dort noch sehr lange nicht aus dem Staunen rausgekommen waehre, besonders wenn ich die Sprache gekonnt haette. Ich komme sicher wieder!

Nun bin ich in Hong Kong. Diese Stadt, die mir nach Vietnam so sauber und westlich georndet vorkam, wirkt nach Japan auf mich wie Sodom und Gomorra. Jetzt kann ich gut verstehn, warum Japaner im Ausland oftmals etwas verschreckt wirken. Komisch wieder angeglotzt zu werden. Auf der Strasse wird man angerempelt, vermutich sogar extra. Im Resaurant werden Knorpel auf den Tisch gespuckt und Geruelpst, als wuerde sich da gerade jemand von innen nach aussen stuelpen. Nichts gegen andere Tischsitten, aber das genuessliche Nudelsuppenschluerfen in Japan, war da schon mehr mein Ding. ja, ich vermisse sogar die geheitzten Klobrillen mit der Poreinigung. Ausserdem vermisse ich die feucht-heissen Handtuecher zu jeder Mahlzeit, das Teenachfuellen kaum, dass die Tasse leer ist und dass jeder Klo tipptopp superhygienisch ist. Nach einem Tag in Tokyo fuehlte ich mich wie frisch geduscht, hier in Hong Kong klebt man nach 10 Minuten schon wieder. Vielleicht auch wegem dem heftigen Smog. Das Umstellen zwischen Kulturen ist eben nicht ganz reibungsfrei.

Aber schoen, dass es hier wieder Strassennamen und Strassenschilder gibt, dass hilft doch ungemein. Auch hier gibt's viel lebenden Fisch und Meeresgetier wie in Japan auf den Maerkten, aber die werden nicht in Saegemehl stillgelegt, sondern die Armen zucken oder springen aus den kleinen Becken. Ueberall riecht bis stinkt es, wie zum Beispiel die chinesischen Apotheken, die merkwuerdig bis verstoerende Duefte verstroemen.

Ich wohne in einem Guesthouse mitten in Kowloon. Das ist in einem riesigem Gebaede, wo schon jede Etage wimmelnd wie ein Dorf ist, alle 16 Etagen sind wie eine kleine Stadt. Da gibt es neben unzaehligen Guesthaesern, noch kleine Wohnungen fuer sehr gemischtes Volk aus aller Welt, Innenhoefe mit Pflanzenwraks und Waesche, Handwerksbetriebe, Laeden fuer alles und auch dieses Internetcafe (10 Etage unten rechts im Bild)

Morgen gehts weiter nach Dehli, und es ist sicher ganz gut mich hier in Hongkong langsam wieder an das richte, wilde Leben ausserhalb von Japan zu gewoehnen.