Nach ein paar schoenen Tagen in Quito machte ich einen Tagesausflug nach Otavalo, wo ein Dorf einen riesigen Samstagsmarkt veranstaltet. Dort gab es neben Hahnenkämpfen, Indigenas mit Kaskaden von Goldketten um, Obst und Gemüse und Viehmarkt (Huehner, Kueken, Schweine, Meerschweinchen), Haushaltswaren, Touristentrödel auch mein erstes 1/4 cuy* zu essen. Das ist echt lecker: knusprig und zarter als Huehnchen, nur das Pfoetchen mit der Kralle war etwas unheimlich.
Ich wollte eigentlich mal mit dem Teleferico (Seilbahn) auf einen 4400 Berg in Quito fahren, aber der hing schon morgens immer in dicken Wolken. Das, und dass es mir abends auch ein bisschen kuehl wurde, hat mir erstmal die Lust auf noch mehr Sierra verdorben, drum gings an die Costa nach Guayaquil.
Um die tolle Aussicht auf die Andenabfahrt nicht zu verpassen, setzte ich mich nach vorne zum Busfahrer und Schaffner auf den Notsitz. Ich hatte keine Lust, hinten bei einem drittklassigen Film mit geschlossenen Vorhängen zu sitzen.
Es ging erstmal auf 3800m hoch, karge Vegetation und ein Panorama von spitzen Bergketten, um dann durch immer tropischer werdenden Urwald eine halsbrecherische Strecke direkt am Abgrund hinunter zu rasen. Sensationell!
In jedem zweiten Dorf stiegen Essenverkäuferinnen zu um ihre Ware im Bus zu verkaufen. Die Busfahrer bekommen dann immer eine Portion geschenkt. Und weil wir uns ganz gut verstanden und weil das sowieso zuviel für die beiden war, wurde ich zum Mitfuttern eingeladen (Huehnchen auf Ruebe, Schwein auf Bananenchips mit Reis, süsse Fettbällchen, Kokosmilch ...). Alles sehr lecker und spannend.
Als wir die Berge verlassen haben, fuhren wir durch ewige Bananen und Platano(Kochbananen) Plantagen, die ich jetzt auch unterscheiden kann (danke an die Busfahrer!). Ausserdem ging die Fahrt auch durch Gebiete mit unglaublicher Armut. Die Busfahrer meinten, die ärtztliche Versorgung wäre toll, weil jeder Arzt vor Ende seiner Ausbildung ein freiwilliges soziales Jahr in den Armengebieten machen muss. Super dann können die Ärzte ja mal üben... Das sah nicht so aus, als ob es da Elektrizität oder sauberes Wasser gäbe.
Abends spät kam ich in Guayaquil an. Es war bulleheiss und dreckig. Ich hatte, um nicht lange suchen zu muessen schon ein Hostal vorgebucht. Als ich da mit dem Taxi ankam (vom Fussweg hat mein Reisefuehrer aus Sicherheitsgründen abgeraten), traf mich fast der Schlag. Das war eine echt finstere Gegend mit echt finsterne Gestalten. Die Jungs im Hostal waren aber nett und lustig. Nebenan im Kiosk wollte ich mir noch Wasser kaufen. Der war zwar offen aber komplett vergittert. Und ich gehe mal nicht davon aus, dass die Bedrohung von den Kioskbesitzern aus geht...
Nach einer Nacht unter einem Ventilator, der stark genug für ein Luftkissenboot gewesen wäre, machte mich auf die Stadt zu erkunden. Man merkt an allen Ecken dass die Verwaltung sich echt Muehe gibt, das finstere Image der Stadt zu verbessern. Das wirkte aber auf mich oft eher lächerlich bis aufgesetzt. z.B. beim Besuch des Stadtfriedhofs sollte ich beim Eingang meine Ausweis da lassen, (wollte ich nicht, denn ich hatte nur meine EC Karte dabei, nach einigem Palaber gings dann auch ohne) auf dem Friedhof wurde ich noch von 6 weitern Wachtleuten angesprochen (ist mein Rucksack schon durchsucht worden?, ob ich mich auch ausgewiesen hätte, ...) Als Erklärung meinten sie: Es wäre beinahe schon mal eine Frau angegriffen worden. Da konnte ich das Lachen kaum zurück halten, "das hätte ich nun echt nicht vor". Dann wurde wieder, wichtigwichtig, mit den Walkietalkies geredet. Das war echt skuril.
Der Friedhof war teils sehr schön und schwülstig, der Hügel mit den krummen Kreutzen sah aus, wie in einem Grusel B-Movie. Sowas mag ich ja.
Der Rest der Stadt den ich gesehen habe war entweder runtergekommen oder Disneyworldmässig aufgemotzt. Aber spannend war es trotzdem, vielleicht weil es überall so quirlig und lebendig war: die Essenstände, Chinatown, Parde smarter trommelder Matrosen wegen der Unabhänbgigkeitstag der Stadt, das Feuerwerk an der Disneyworld Uferpromenade mit tausenden Familien...
Aber ein Tag Guayaquil war mir dann aber auch echt genug. Eigentlich hätte ich noch Lust auf etwas Strand in der Nähe gehab, aber das Wetter war nieselig, und so gings auf nach Zaruma.
Im Bus wollte ich vom Busfenster aus (mind 2 Meter hoch) noch den Busbahnhof fotogarfieren. Das dauerte höchstens 10 Sekunden. Das reichte aber einem gewitzten Dieb mir von aussen die Kamara aus der Hand zu schlagen. Das ging so schnell, hatte eine solche Wucht und war so absolut unerwartet, dass alles Rufen und Hinterherrennen nichts mehr nutzte. Den Dieb hab ich noch gesehn, er war ein kleiner Junge (etwa 10 Jahre).
Tja, das erklärt nun auch, warum hier keine Bilder sind: die gucken sich jetzt vielleicht ein paar Strassenkinder an...
Klar bin ich sauer und geschockt, dass meine Kamara und meine Bilder weg sind. Aber die Armut die sowas hervorbringt, hat mich - glaube ich- noch mehr geschockt.
Fortsetzung folgt bälder ;-)
*Meerschweinchen
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5 Kommentare:
hola sussane: espero que tu viaje por cuenca sea muy bonito. aqui en zaruma mucho sol,cielo azul y la temperatura entre 20 y 25 grados. comptraste ya la nueva camara digital..?..fue muy cara..?.,espero cuides mucho tu camara, eh? y..tambien: mucho cuidado con tus "pies"
besos y saludos
mauricio de zaruma, ecuador
Oh jeee, Kamera weg! Sei nicht zu geschockt, das passiert auf einer großen Reise mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens einmal. Wenn du Glück hast, war's dann für deine Reise das erste und letzte Mal ;)
Auch ohne Fotos ist dein Bericht sehr spannend und so fein geschrieben, das Bilder fast gar nicht mehr erzählen könnten. Genieß dein Abenteuer und fühl dich gedrückt! :)
Dios mio....no lo creo, chica. La nueva camera digital ? - que mal suerte !
Das ist wirklich bedauerlich...aber denk dran - die schönsten Bilder hat man immer im Kopf ! ...und die schönsten Meerschweinchen immer im Magen ;-))
Das Warten hat sich gelohnt.
Bilder hätten das zwar alles aufgemotzt, aber Deine Beschreibungen haben die Bilder im Kopf entstehen lassen. ;)
Mach Dir mal keinen Kopf bezüglich des Kamera-Diebstahls. Du kannst halt nicht immer so großen Erfolg beim Stellen von Dieben haben wie in Madrid(?). Und wer weiß, vielleicht war es besser, ihn nicht erwischt zu haben.
Trotzdem schade um die Fotos. :(
Viele liebe Grüße aus Bonn (bei Holland),
Peter
P.S. Keine Katastrophen! ;)
na da warste doch schon auf 3800 m hoehe la paz hat nur laeppische 3600 ;) also dann kein problem
deine berichte sind echs schoen zu lesen -vorneiddengedankenhabenmeinenganzenblogzuloeschen -
hihihi also vergittert sind hier auch alle kioske, wenns noch hell ist nciht ganz so krass aber wenns dunkel ist total!!!
mien blog aktualisierem ich auch grad
besitooooooooo
gwendolin
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